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Medikamentenrückerstattung für krebskranke Kinder

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, ist das mit das Schlimmste, was einer Familie passieren kann. Noch schwieriger wird es, wenn dringend notwendige Medikamente und Zusatztherapien von der Krankenkasse nicht immer oder erst nach sehr viel bürokratischem Aufwand bezahlt werden. Betroffene Eltern geraten dadurch zusätzlich in eine extrem belastende Situation, die viel Unsicherheit schafft und die Heilungschancen ihres Kindes verringern kann. Um gegen diese Ungleichbehandlungen vorzugehen, engagiert sich Kinderkrebs Schweiz aktiv auf der politischen Ebene und fordert eine bessere Kostenübernahme aller Medikamente für krebskranke Kinder.

Im September hatte der Bundesrat überraschenderweise behauptet, dass bei der Rückvergütung von Krebsmedikamenten für Kinder kein Handlungsbedarf bestehe. Dem Entscheid liegt ein Bericht des BAG zugrunde, laut dem sich die Kostenübernahmen im Bereich der pädiatrischen Onkologie auf nahezu 100 Prozent belaufen würden. Diese Aussage steht in klarem Widerspruch zu dem, was Kinderonkologen und betroffenen Eltern im Alltag erleben. Kinderkrebs Schweiz hat deshalb die Koordinatoren des Berichts im Bundeshaus getroffen, um die Schwierigkeiten mit denen Familien und Kinderonkologen regelmässig konfrontiert sind, deutlich zu machen und auf die Schwächen des Berichtes hinzuwiesen. Festgestellt wurde zum Beispiel, dass die erwähnte Rückerstattungsquote von nahezu 100 % sich auf nur acht Rückmeldungen von über fünfzig Krankenversicherungen in der Schweiz stützt.

Parallel dazu hat Kinderkrebs Schweiz im Rahmen seiner Stellungnahme zur aktuellen Revision der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) im September sowohl die Herausforderungen im Bereich der Kostenübernahme als auch entsprechende Verbesserungsvorschläge formuliert. Dazu gehören die automatische Kostenübernahme aller Standardbehandlungen in der Kinderonkologie, der Einbezug von Fachexperten aus der Kinderonkologie bei der Bewertung komplexer Fälle sowie eine bessere Kostenübernahme aller supportiven Therapien. Diese Forderungen werden von allen Spitälern unterstützt, die in der Schweiz auf die Behandlung krebskranker Kinder spezialisiert sind.

Kinderkrebs Schweiz ist es ebenfalls gelungen, Leitmedien wie das Schweizer Fernsehen, die NZZ, die NZZ am Sonntag und Le Temps für dieses wichtige Anliegen zu gewinnen und somit die breite Öffentlichkeit und Entscheider auf den dringenden Handlungsbedarf zu sensibilisieren. Darüber hinaus konnten wichtige Allianzen mit anderen Partnern aus dem Gesundheitsbereich gebildet werden, um gemeinsam auf die negativen Folgen der aktuellen Revision aufmerksam zu machen. Mehr Informationen zum Medienecho hier.