Survivors

SIOP Kongress, Washington 12. - 15. Oktober 2017

"Carpe Diem” jeden Tag?

Vor dem Kongress fand eine Session für uns Survivors statt, wo wir die Möglichkeit hatten mit Ärzten, Elternorganisationen und Survivors aus der ganzen Welt zu reden.
Diskussionen und Präsentationen über die Herausforderungen der Folgemassnahmen nach der Krebsbehandlung (den Long-Term-Follow-Up), haben uns 3 Schwerpunkte klargemacht, auf denen wir unseren Fokus gesetzt haben:

Kooperation zwischen den Menschen, die mit dem Patienten zusammen den Krebs bekämpfen.

Mit dieser Kooperation kommen Herausforderungen auf psychologischer und organisatorischer Ebene.
Ein Kernpunkt für uns Survivors ist der psychologische Aspekt der Krebsbehandlung. Die Psyche des Patienten darf nicht vernachlässigt werden, weder bei der Diagnose, noch während oder nach der Behandlung. Jeder Survivor ist durch eine Behandlung gegangen, die auf psychologischer Ebene mit keiner anderen vergleichbar ist.
Sicher, jeder hat Ängste, Unsicherheit und glücklicherweise auch Momente der Freude während der Behandlung. Diese Gefühle erlebt jeder auf seine Weise.

Darum haben wir uns in der Diskussion entschieden, unsere Gedanken auch auszusprechen. Mit einer Transparenz der Gefühle und Gedanken, kann das Team, welches zusammen mit dem Patienten kämpft, fokussiert und stark gegen den Krebs antreten.

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf?

Kaum ist die Zeit der Krebsbehandlung vorbei, kommen Herausforderungen für die Wiedereingliederung in den Alltag.
Betrifft es die Schulzeit? Arbeitszeit? Privatleben oder einen anderen Bereich? Oder alles zusammen?
Wo bleibt noch Zeit für die Erholung?
Es wird deutlich, dass jede Behandlung individuelle Nachsorgebedürfnisse mit sich bringt.
Damit diese Nachsorgebedürfnisse besser strukturiert werden können, braucht es möglichst viele Survivors, die sich engagiert einbringen. Dafür setzt sich Kinderkrebs Schweiz mit einer eigenen Anlaufstelle für Survivors ein.

Standardisierte Nachsorge

Aus den vielen individuellen Informationen entsteht ein standardisierter Plan. Und den braucht es.
Ich bin sicher, dass die meisten die Standards von Bankkonten oder Kreditkarten kennen. Doch wie sieht es bei der Gesundheit aus? Welche Standard-Vorgaben gibt es und wieviele Kinderkrebs-Survivors kennen sie? Dies sind auch Themen, die an der 1. Schweizerischen Kinderkrebskonferenz diskutiert werden. In Workshops können sich Survivors genau zu diesen Themen einbringen und wir hoffen, dass sich viele daran beteiligen. Es ist auch eine Gelegenheit für Survivors, den Fachpersonen und Forschenden ihre Bedürfnisse und Vorstellungen mitzuteilen.  Wir freuen uns, wenn viele diese Gelegenheit nutzen und ihre persönliche Sicht einbringen.

Bis bald,
Vesna Kitic