Unser Engagement

Kinderkrebs in der Schweiz

In der Schweiz erkranken jährlich etwa 200-220 Kinder unter 15 Jahren an Krebs. Erkrankungen bei Säuglingen und 1- bis 4-jährigen Kindern machen fast die Hälfte aller Neu-Diagnosen aus. Am häufigsten erkranken Kinder und Jugendliche an Leukämien (33%), an Tumoren im Hirn und Rückenmark, wie etwa dem Medulloblastom (20%), dem Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphom (13%), aber auch an Tumoren des sympathischen Nervensystems (7%), an Weichteilkrebs (7%), Nierenkrebs (5%), Knochenkrebs (4%) und Augenkrebs (3%). Warum Kinder eine ganz andere Verteilung von Krebserkrankungen aufweisen als Erwachsene ist noch weitgehend ungeklärt, ebenso die genauen Ursachen von Kinderkrebs.

Dank des medizinischen Fortschritts hat die Zahl der Kinder, die an Krebs sterben, kontinuierlich abgenommen. Durchschnittlich können heute 80% der erkrankten Kinder erfolgreich behandelt werden. Trotzdem ist Krebs nach Unfällen die zweithäufigste Todesursache bei Kindern.

Die Diagnose und die Behandlung einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter sind eine äusserst einschneidende, belastende und traumatische Erfahrung für alle Betroffenen. Oft leben die betroffenen Kinder und Jugendlichen während Monaten im Spital. Kinder und Eltern sind während der Behandlung stark gefordert und sowohl körperlich als auch psychisch sehr belastet. Viele Betroffene leiden auch als Erwachsene noch an körperlichen und psychischen Belastungen sowie Beeinträchtigungen und haben damit weiter zu kämpfen.

Herausforderungen für Familien

Für Familien ist die Situation gerade am Anfang eine grosse Herausforderung. Der Familienalltag muss komplett neu organisiert und in kürzester Zeit müssen viele Entscheidungen getroffen werden, auf welche die betroffenen Familien nicht vorbereitet sind. Die Begleitung des kranken Kindes und die Betreuung der Geschwisterkinder muss organisiert werden und Absprachen müssen mit Arbeitgebern getroffen werden. Nicht selten kommen finanzielle Sorgen dazu, z. B. weil ein Elternteil seine Anstellung aufgeben muss, um so die Betreuung des kranken Kindes übernehmen zu können. Es kommen aber auch zusätzliche, nicht geplante Ausgaben auf die Familien zu, wie z. B. Fahrt- und Verpflegungskosten.

Hier setzen sich Elterngruppen und andere Organisationen ein, z. B. durch finanzielle Unterstützung für Fahrkosten zwischen Wohnort und Kinderspital, Parkgebühren oder Geschwisterbetreuung. An vielen Orten wird auch eine Übernachtungsmöglichkeit, z. B. in einer Elternwohnung in der Nähe des Spitals, durch private Vereine oder Stiftungen angeboten. Daneben organisieren Selbsthilfe-Organisationen auch Treffen sowie Austausch- und Erholungsmöglichkeiten für betroffene Familien, um etwas Unbeschwertheit in den oft schwierigen Familienalltag zu bringen.