Petition von «Unite2Cure»

15. September 2015

Ein Ruf nach sofortigen Änderungen in der Regulierung der europäischen pädiatrischen Medizin, um mehr Leben von Kindern und Jugendlichen mit Krebs zu retten.

Ein paar wenige Änderungen im europäischen Gesetz könnten den Zugang zu neuen und schonenderen Medikamenten für Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen beschleunigen. Dies könnte dazu führen, dass mehr junge Leben gerettet werden und dass junge Menschen nicht von den grossen Fortschritten in der Behandlung von Krebserkrankungen im Erwachsenenalter ausgeschlossen werden, wie dies bisher oft der Fall war.

Dieser Ruf nach Veränderung kommt von Unite2Care. Diese gesamteuropäische Gruppe vereint Eltern, Survivors, Ärzte, Akademiker, Nonprofit-Organisationen und andere Gleichgesinnte. Die Mitglieder von Unite2Care wissen, dass die Herausforderungen in der Medikamentenentwicklung vielseitig und grenzübergreifend sind. Fortschritte sind daher nur durch enge Zusammenarbeit möglich.

Debbie Binner, Mutter und Mitbegründerin von Unite2Care, sagt dazu: «Krebs ist in jedem Alter schrecklich. Aber es ist besonders grausam und herzzerbrechend zuzuschauen, wenn er ein Kind oder einen Teenager betrifft. Trotzdem stehen diese junge Menschen bei der Entwicklung von Krebstherapien nicht im Vordergrund. Stattdessen werden sie vom Zugang zu neuen Medikamenten ausgeschlossen, weil sie zu jung sind. Kinder sind also gezwungen, sich auf ältere oder eingeschränkte Medikamente zu verlassen. Wir wissen alle, dass sich das ändern muss. Wir müssen also eng zusammenarbeiten, um Zugangsmöglichkeiten zu besseren Therapien zu finden.»

Professor Gilles Vassal, Präsident der European Society of Paediatric Oncology, ist ähnlicher Meinung: «Gegenwärtig gibt es grosse Durchbrüche in der Behandlung von Krebserkrankungen bei Erwachsenen, beispielsweise durch die personalisierte Medizin,  immer präziser wirkende Medikamente, oder Immuntherapien. Kinder und Jugendliche müssen ebenfalls einen raschen Zugang zu Innovationen erhalten. Eltern, pädiatrische Onkologen, die Industrie und die Gesetzgeber müssen zusammenarbeiten, um dieses äusserst wichtige Ziel zu erreichen.»

Nun soll eine Petition von Unite2Cure erreichen, dass…

  • pharmazeutische Firmen jede neue Krebstherapie für Erwachsene auch bei Kindern und Jugendlichen untersuchen müssen.
     
  • pädiatrische Forschungspläne flexibel auf neue Chancen und Herausforderungen eingehen können, wenn sich diese ergeben.

Zwar betrifft die EU-Gesetzgebung die Schweiz nur indirekt, eine Unterschrift der Petition ist aber dennoch hilfreich.

Isabelle Lamontagne-Müller, Geschäftsführerin der Swiss Paediatric Oncology Group (SPOG), sagt dazu: «Die Schweiz hat zwar ihre eigenen Vorschriften für klinische Studien, aber diese lehnen sich wie jene der EU an die GCP* Guidelines an. Natürlich würde es auch den Kindern und Jugendlichen in der Schweiz nützen, wenn ihre Bedürfnisse bei der Entwicklung von Medikamenten auf internationaler Ebene konsequenter durchgesetzt würden.»

* Good Clinical Practice

Zur Beschreibung der Petition (nur in englischer Sprache):
http://unite2cure.org/making-european-regulations-work-for-children-with-cancer/

Zur Petition selbst:
http://unite2cure.org/sign-the-petition/

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© Fotolia/oocoskun
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