Mentoring

Was ist Mentoring?

Krebskranke Kinder und Jugendliche erleben krankheits- und therapiebedingte spezifische Herausforderungen, die körperlicher, psychischer und sozialer Natur sein können. Dazu gehören beispielsweise der Verlust der Haare, die Angst vor einem Rückfall und Schulschwierigkeiten. Für Betroffene ist es einfacher, sich gegenüber Personen in ähnlichem Alter und mit einer ähnlichen Erfahrung zu öffnen. Mentoring konkurrenziert die unersetzliche Betreuung durch Fachpersonen nicht, sondern ergänzt diese. Besonders bei Erkrankungen im Jugendalter gibt es zudem Themen, die betroffene Jugendliche oder junge Erwachsene weder mit Profis (Ärzten, Pflegenden, Psychologen) noch mit den Eltern besprechen möchten, z. B. Körpererfahrung, Aussehen, Sexualität, Partnerschaft usw. Dazu kommt, dass während der Adoleszenz auch die Loslösung von den Eltern zunehmend wichtig wird. Themen, die bei adoleszenten krebserkrankten Jugendlichen entwicklungspsychologisch eine zentrale Rolle spielen, bleiben so möglicherweise unbearbeitet. Mit «Peers», d. h. mit Gleichaltrigen, die aber nicht über eine vergleichbare Krankheitserfahrung verfügen, sind Gespräche über diese Themen wegen dem mangelnden Erfahrungshintergrund oft auch schwierig. Zudem fühlen sich nicht erkrankte Jugendliche von diesen Themen oftmals überfordert; all dies vermittelt betroffenen Jugendlichen das Gefühl des Alleinseins.

Peer-Support

Gespräche mit Personen, die über ähnliche Krankheitserfahrungen verfügen, die gleiche oder eine ähnliche Erfahrungen teilen und nicht zum professionellen Betreuungsteam gehören, sind in dieser Situation ein hilfreiches, unterstützendes Angebot. Sind sie zudem noch in einer ähnlichen Altersgruppe wie die Patienten, erleichtert dies das Gespräch zusätzlich. Die Gespräche bieten die Chance, sich zu diesen Themen zu äussern, und Fragen oder Probleme zu verbalisieren. Das Angebot fördert die Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Themen. 

Ein solcher Peer-Support durch Mentoren kann eine Begleitung und Betreuung durch eine Fachperson, beispielsweise eine Psychologin oder einen Psychotherapeuten, jedoch nicht ersetzen. Mentoring bricht die beschriebene Isolation und stärkt betroffene Jugendliche oder Erwachsene im Umgang mit ihrer Krankheit («Empowerment»): Neu erkrankte Jugendliche oder junge Erwachsene realisieren, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht alleine sind, Hemmungen oder Scham können abgebaut werden und ein Gespräch mit einer Fachperson wird einfacher.