Einblick in die Arbeiten der Anlaufstelle für Survivors

14. Februar 2018

Im Gespräch mit Peter Lack erzählt Zuzana Tomášiková, Verantwortliche für die Anlaufstelle für Survivors bei der Geschäftsstelle von Kinderkrebs Schweiz, über ihre Arbeiten.

ZuzanaTomášiková, Sie sind seit September 2017 Mitarbeiterin bei KKS für die Anlaufstelle Survivors. Worum geht es bei dieser?
Es geht in erster Linie um die Vertretung der Anliegen der Survivors innerhalb des Dachverbandes. Zudem bin ich auch Anlaufstelle für externe Partner im In- und Ausland. In der Diskussion um das Thema Survivorship versuche ich nicht nur die Bedürfnisse der Survivors zu berücksichtigen, sondern ebenso die Wünsche der verschiedenen Beteiligten, Fachpersonen oder Elterngruppen aufzunehmen.

Wieso braucht es eine solche Anlaufstelle?
Früher standen die Heilung und das Überleben der Kinderkrebspatienten im Vordergrund. Das hat sich gewandelt. Heute sollten vermehrt Fragen der Lebensqualität nach einer Intensivtherapie im Fokus stehen. Die Herausforderungen sind vielfältig, und nicht jeder ist in der Lage, diese ohne Unterstützung zu meistern. Meiner Meinung nach ist eine strukturierte interdisziplinäre Nachsorge die Basis für die Steigerung der Lebensqualität. Als Ansprechpartnerin bin ich im direkten Kontakt mit den Survivors und kann deren Bedürfnisse besser erfassen und aufnehmen. Wir wollen selbstbestimmt die Aufgaben lösen, die sich stellen. Die Anliegen zu koordinieren, ist eine meiner Hauptaufgaben.

Welche Angebote und Aktivitäten sind konkret geplant?
Um die Akzeptanz innerhalb der Community zu garantieren, ist die Mitgestaltung des Angebotes essentiell. Deshalb ist die Einbindung der verschiedenen Anspruchsgruppen zentral. Die Aktivitäten gehen von Action & Fun-Angebote über Informationen zu spezifischen Themen bis hin zu Workshops oder Gesprächsrunden. Im 2018 sind vier Stammtische in jeweils verschiedenen Regionen der Deutschschweiz (Termine auf der Webseite) sowie ein mehrtägiges Angebot im August geplant. Alle Aktivitäten bieten die Möglichkeit, Neues auszuprobieren oder Themen anzusprechen, die im Alltag sonst zu kurz kommen. In der Romandie sind wir dabei, zusammen mit Survivors vor Ort das Angebot aufzubauen.

Die Projektstelle läuft bis 2020 – wie geht es danach weiter?
Im Moment geht es darum, das Interesse der Survivors an Themen wie Selbsthilfe, Nachsorge, Vernetzung oder auch Mentoring zu wecken. Wir müssen auch das Verständnis der Survivors für die Wichtigkeit ihrer Vertretung innerhalb des Dachverbandes aufbauen respektive stärken. Gleichzeitig wollen wir mit unseren Aktivitäten den Survivors Mut machen, sich zu engagieren. Nur so schaffen wir Raum für neue Ideen und für neue Projekte. Wenn uns dies gelingt, dann bin ich überzeugt, dass es auch über das Jahr 2020 hinaus eine Stelle braucht, die die Anliegen der Survivors koordiniert.

Sie sind von der Ausbildung her Chemikerin. Wieso haben Sie sich für diese Arbeit entschieden?
Seit 2008 engagierte ich mich neben meinem Studium bei den Survivors in Österreich. Dort durfte ich die Gruppe international vertreten. Ich sah es als Ausgleich zu meinem «Beruf» und als eine tolle Möglichkeit, sowohl mit Menschen zu arbeiten als auch dringende Themen innerhalb der Nachsorge mitzugestalten. Seit 2015 war ich an meinem Doktoratsstudium. Beim Lesen der Stellenausschreibung von Kinderkrebs Schweiz wurde mir aber bewusst, dass mein Herz nicht nur in der Forschung der Materialwissenschaften liegt. Ich war motiviert, intensiv an Survivorship Themen zu arbeiten. Beides unter einen Hut zu bringen war unmöglich, also musste eine Entscheidung her. Ich habe meine Diss gekündigt und die neue Herausforderung bei KKS angenommen.  Nun kann ich an konkreten Themen arbeiten, die die Situation der Survivors verbessern. 

Gibt es etwas, was Ihnen besonders am Herzen liegt?
KKS setzte mit der Besetzung dieser Stelle ein wichtiges Zeichen. Die Anliegen und Bedürfnisse von Survivors haben innerhalb des Dachverbandes einen hohen Stellenwert. Das erfüllt mich mit Freude und Genugtuung. Im Austausch mit den Survivors wünsche ich mir, dass deren Bedürfnisse, Anliegen oder Interessen klar reflektiert und formuliert werden. Diesen Prozess unterstütze ich, denn nur so können Survivors-Vertreter als verlässliche und gleichgestellte Partner mit konstruktiven Ansätzen den interdisziplinären Diskurs mit den Fachpersonen aktiv angehen und mitgestalten.

Besten Dank für das Gespräch und Ihren Einsatz. Wir wünschen weiterhin viel Freude und Erfolg.

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